Presse



Würzburg / München, 12. April 2004

JuLis-Bayern: Wir stehen für Weltoffenheit, nicht für einen überholten Kulturkampf

Zu den Äußerungen von CSU-Generalsekretär Markus Söder in einem Interview mit dem Deutschen Depeschendienst vom heutigen Montag, 12. April 2004, bezieht der Landesvorsitzende der JuLis Bayern Martin S. Hagen Stellung.

„Es ist bemerkenswert, dass die CSU in Person von Herrn Söder erneut den Kulturkampf aufnimmt. Äußerungen, dass Kruzifixe in die Klassenzimmer gehören, während Kopftücher verboten werden sollen, sind für uns Liberale untragbar.
Wir stehen für eine Gleichberechtigung der Religionen, fordern jedoch insbesondere in Schulen eine vollkommene Freiheit von religiösen Symbolen.

Söders Forderung nach einer stärkere Rückbesinnung auf nationale Identität im Schulunterricht zeigt den längst überholten Erz-Konservativismus dieses Mannes. Bedenkt man die Kürzungen, die die CSU im Bildungsbereich vornimmt, ergibt sich ein abstruses Bild: Bayerische Schüler, die zwar die Nationalhymne auswendig können, aber an den Grundrechenarten scheitern!
Wenn sich die CSU den Slogan ‚Laptop und Lederhosen’ zu eigen macht, dann ist das entweder vorgeheuchelte Pseudo-Modernität oder der Laptop hat einen Schwarz-Weiß-Monitor und einen Stromgenerator mit Kurbel am Rand.

Anstatt stets auf Tradition und Religion zu pochen, sollte auch die CSU sich für die Vermittlung von Werten wie Weltoffenheit und Verantwortung des Einzelnen für sich, aber auch für die Gesellschaft einsetzen.“

V.i.S.d.P. Moritz Kracht, Landespressesprecher der Jungen Liberalen Bayern

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